Der
Trivago-User Justinianus (mein Bruder) wird ab nächsten Monat am so genannten "
Big Walk 2009" teilnehmen. Dieser Fußmarsch (1.100 Kilometer lang) soll an einer 400 jahre alten Begebenheit erinnern: de Hofreis.
In diesem Jahr feiern die
Niederlande und
Japan einen Meilenstein bezüglich der kommerziellen Verbindung dieser beiden Nationen, da die Niederlande 1609 das offizielle Handelsrecht in Japan erhielt.
Der "Handelspas"Hintergründe Hofreis:Am 19. April 1600 traf das erste niederländische Handelsschiff mit dem Namen "
De Liefde" (die Liebe) in Japan ein. Es war das erste Schiff überhaupt, welches (Abfahrt 1598 in Rotterdam) diese Überfahrt gelang. 1607 machte sich eine zweite Flotte, diesmal unter der Fahne der Verenigde Oost-Indische Compagnie (VOC), auf dem Weg nach Japan.
Shogun Tokugawa Ieyasu (1542-1616) verlieh den Niederlanden 1609 das offizielle Handelsrecht in Japan. Die Niederländer mussten sich in
Hirado ansiedeln und durften ausschließlich von dort aus Handel betreiben mit den Japanern. Dieser Handelsvertrag wurde bekannt unter dem Namen "de Handelspas" und die Originalverträge werden bis heute in
's-Gravenhage aufbewahrt.
Schiffsmodel "De Liefde"Später gab es dann politische Streitigkeiten in Japan, wodurch die
Portugiesen und
Spanier zunächst inhaftiert und später sogar des Landes verwiesen wurden. Die Niederlande erhielt dadurch ein exklusive Handelsposition in Japan. Leider bekamen die Niederländer auch mit den sehr strengen Gesetzen und Reglementierungen in Japan zu tun und 1641 wurden sie auf der künstlichen
Insel Dejima interniert, wo zuvor auch die Portugiesen und Spanier weggesperrt worden waren. Dieser Zustand hielt sich bis 1859. Ab da übten die
Vereinigten Staaten politischen Druck auf Japan aus und die Nation sah sich gezwungen, seine Grenzen für westliche Nationen zu öffnen. Ab diesem Moment waren dann auch die exklusiven Handelsrechte der Niederländer für immer Geschichte.
Die künstliche Insel DeshimaEin Privileg blieb ihnen jedoch erhalten: de hofreis. Diese Reise zum Shogun in Edo (heute
Tokyo) fand 1x im Jahr statt (ab 1790 sogar 4x im Jahr). Das Ziel dieser Reise war es, dem Shogun Respekt zu zollen, indem man ihm Geschenke überbrachte. Im Gepäck der Delegation befanden sich meist Tabakspfeifen, Likör und andere alkoholische Getränke, aber auch profane Sachen wie Brillen, Uhren, Weltkugeln, Waffen und exotische Tiere wie zum Beispiel Pfauen.
Die Delegation während "de Hofreis"In Japan war es damals Brauch, dass die japanischen Begleiter der ausländischen Delegationen, den Besuchern auf dem Weg nach Edo, unterwegs alle interessante Sehenswürdigkeiten entlang der Route zeigten und so konnte es schon vorkommen, dass es gut 3 Monate dauerte, bis man endlich in Edo ankam. Die Delegation der Niederländer setzte sich meist zusammen aus dem "
Opperhoofd" der Handelsmission, einen Schreiber und einen Arzt. Begleitet wurde diese Delegation dann durch eine Horde Japanern, wie zum Beispiel Übersetzer, Träger, Köche und auch Soldaten. Es war also immer eine recht große Gruppe, die sie da auf dem Weg zum Shogun machte.
Ursprüngliche Route der Hofreis."De Hofreis" bestand ursprünglich aus 3 Teilen:
- Über Land von
Nagasaki naar
Kokura mit einer Überfahrt nach
Shimonoseki- Von Shimonoseki über das Meer nach
Muro- Und dann wieder zu Fuß von Muro über
Osaka,
Kyoto und
Miyako nach Edo
Zu Ehren der 400-Jahr-Feier der Handelsbeziehungen zwischen Japan und die Niederlande, wird nun mein Bruder mit seinen Wandergefährten einen großteil dieser historischen "Hofreis"
ab dem 14.03.2009 bis zum 12.05.2009 zu Fuß zurücklegen - es sind knapp 1.100 Kilometer. Sie werden dabei (aus logistischen Gründen) etwas von der historischen Route abweichen müssen:
Startpunkt ist
Hirado. Von dort geht man zu Fuß nach Kokura, wo man das Schiff zur
Kunisaki-Halbinsel nimmt. Dort sucht man die Stelle auf, wo im Jahr 1600 das Schiff "De Liefde" erstmals vor Anker ging. Danach geht die Reise - natürlich wieder zu Fuß - nach
Usuki, wo das nächste Schiff wartet. Dieses bringt sie dann nach
Yawatahama, von wo man den Fußmarsch weitersetzt und sich nach
Takamatsu begibt. Dort setzt man per Schiff über nach Kobe. Ab hier wird die Reise wieder zu Fuß fortgesetzt und über
Osaka,
Kyoto,
Gifu, Seba, Simoshuwa und
Kofu, macht man sich auf dem Weg in Richtung Edo, wo man dann in
Nihonbashi (Edo) die Endstation erreicht: die Gärten des Kaiserlichen Palastes, wo man dann offiziell durch den
Japanischen Premierminister empfangen wird.
Ich bin derzeit dabei alle Hotels bei Trivago anzulegen, die für diesen Fußmarsch
bereits gebucht wurden, damit mein Bruder sehr zeitnah seine Bilder und Bewertungen veröffentlichen kann und nicht erst selbst alles anlegen und auf Freischaltung warten muss. Die Hälfte der Hotels habe ich sogar schon fertig.
Wer "live" mitkriegen möchte, was Justinianus tut, kann gerne auf auf der offiziellen Seiten nachschauen:
http://www.nihonoranda.jp/en/events/item/434http://bigwalk2009.blogspot.com/http://www5e.biglobe.ne.jp/~masaji/bigwalk2009/index_e.htmloder auch auf der privaten Seite von Justinianus, wo er ständig etwas von unterwegs schreibt, sobald er auf ein Internetterminal stößt bzw. im Hotel eins vorfindet:
http://backpacker.phpbb6.de/Der
japanische Fernsehsender NHK wird außerdem live im nationalem Fernsehen berichten, wenn die Truppe aus Hirado weggeht und unterwegs regelmäßig Reportagen der Delegation machen. Mittlerweile haben sich zudem mehrere Bürgermeister angemeldet, die sich der Truppe für 1 oder 2 Tage anschließen, wenn sie durch die betreffende Ortschaft kommt.
An dieser Stelle werde ich also weiter über den "Big Walk 2009" berichten und euch mit Fotos, Berichte und Videos überraschen.
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